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Senföl – ein pflanzliches Antibiotikum

Senföl wurde bereits vor 3.000 Jahre in China benutzt, die es wiederum aus Indien eingeführt haben sollen. Die alte Bezeichnung „Sinapsis“ hat seine Wurzeln im Sanskrit. Inder und Asiaten nutzen auch heute noch häufig Senfmehl, insbesondere ist es wichtiger Bestandteil der indischen Küche. Allerdings hat Senf nicht alleine einen kulinarischen Wert. Seine Heilkraft wird ebenfalls seit langem geschätzt.

Geschichte des Senföls

Über Kleinasien fand der Senf seinen Weg nach Griechenland, später über die Alpen nach Europa. Karl der Große ordnete im Jahr 795 n. Chr. an, Senf anzubauen. Seitdem ist es auch aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken. Als Hausmittel ist Senf in vielen europäischen Kulturkreisen geschätzt.

Bereits Hildegard von Bingen setzte Senf naturheilkundig ein, genauso wie Paracelsus. Die moderne Medizin entwickelte sich damals jedoch so rasant, dass die Bedeutung von Senf und Senföl immer weiter in den Hintergrund trat. Da die konventionellen Therapien jedoch nicht immer halten, was sie versprechen, besinnen sich immer mehr Menschen auf die Kraft der Natur zurück.

Inhaltsstoffe des Senföls

Das Senföl hat zahlreiche gesunde Wirkungen, die auf die enthaltenen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe zurückgehen. U.a. zählen hierzu Vitamin A, B und C und Natrium, Phosphor oder Zink. Außerdem enthält das Öl essentielle und nicht essentielle Aminosäuren und auch gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese Inhaltsstoffe befinden sich jedoch lediglich in kaltgepresstem Öl, da sie bei Erhitzung größtenteils verloren gehen.

Wirkung des Senföls

Das Senföl lindert zahlreiche Beschwerden wie etwa Blasenentzündungen, Bronchitis oder Mandelentzündung. Die Wirksamkeit ist dabei wissenschaftlich nachgewiesen. So konnte beispielsweise eine Studie der Universität Freiburg die entzündungshemmende Wirkung nachweisen, weswegen die Forscher es vor allem als Gegenmittel bei einer Erkältung empfehlen.

Nicht wissenschaftlich fundiert ist dagegen die Erkenntnis, dass der Stoff gegen Prellungen oder Mundschleimentzündungen wirkt. Auch wird eine Verbesserung der Symptome bei Tuberkulose, Skorbut oder Menstruationsbeschwerden vermutet.

Die verschiedenen enthaltenen Vitamine bringen je unterschiedliche gesunde Wirkungen mit sich. Diese sind u.a.:

  • eine Stärkung des Immunsystems (Vitamin A),
  • eine Unterstützung der Nervenbildung,
  • bessere Verdauung (Vitamin B)
  • und eine Verbesserung der Konzentration (Vitamin C).

Daneben helfen auch die Mineralstoffe dabei, den Körper gesund zu halten. Diese bedingen u.a. Folgendes:

  • Nähstoffe in Energie verwandeln (Kalium),
  • Stärkung des Knochenbaus (Calcium),
  • Unterstützung der Muskeln (Magnesium).
  • Außerdem wirkt das Senföl antibakteriell und fördert die Durchblutung.
  • Zusätzlich lässt sich mit ihm das Haar pflegen und so zu mehr Glanz oder weniger Spliss verhelfen.

Allerdings kann das Öl auf der Haut aufgetragen zu Reizungen führen und wird nicht von jedem gut vertragen.

Senföl in der Medizin

Senföl wird heutzutage bei einer Reihe unterschiedlicher Krankheitsbeschwerden angewendet. Eine recht zuverlässige Heilkraft liefert es bei Atemwegsbeschwerden. Auch bei Problemen mit der Niere, z. B aufgrund einer Niereninfektion, kann Senföl als Alterative zu herkömmlichen Antibiotika eingesetzt werden. Durch seine bakterien- und pilzabtötende Wirkung lasssen sich bei Erkrankungen der Harnwege mit der Anwendung von Senföl recht gute Erfolge erzielen.

Senföl in Meerrettich und Kapuzinerkresse

Die Methoden zur Gewinnung von Senföl wurden immer mehr verfeinert. Man erkannte, dass das wirkungsvolle Senföl nicht nur in Senfsaat, sondern auch in Kapuzinerkresse und Meerrettich enthalten ist.

Die Anwendungsgebiete von Senföl sind vielseitig. Senfwickel gegen Erkältungen und bronchiale Infekte kamen schon vor einigen Hundert Jahren zum Einsatz. Und auch bei Blasenentzündungen hat es sich damals wie heute bewährt. Die kosmetische Anwendung fand erst später statt, da Senföl für Hautrötungen sorgte. Doch der vorsichtige Umgang mit dem wertvollen Naturöl zeitigt ebenfalls erstaunliche Ergebnisse.

So wird Senföl gewonnen

Hergestellt wird Senföl aus Kapuzinergewächsen wie Kapuzinerkresse, Senf oder Meerrettich. Dabei werden lediglich die Samen dieser Pflanzen verwendet.

Zu diesem Zweck muss die Saat aber erst vorbereitet werden. Zunächst wird sie dazu von Rückständen wie Metall, Steinen und Sand befreit. Auch die Feuchtigkeit sollte dabei auf 6 – 8 % reduziert werden, da andernfalls das Erzeugnis nicht lange genug gelagert werden könnte.

Sofern das Senföl gewerblich produziert wird, kommt eine Schneckenpresse zur Anwendung. Durch sie wird das Öl mehrmals gepumpt, wobei ungewollte Feinstoffe ausgesiebt werden und sich in den Kammerfilterplatten sammeln. Erst sobald der ideale Reinheitsgrad erreicht ist, wird das Öl weiter in den Endtank geleitet.

Selbst herstellen lässt sich das Senföl übrigens auch. Dies funktioniert über eine manuelle Ölpresse oder einfacher über Olivenöl, das man mit Senfsamen anreichert. Dabei gibt man die Samen in eine Flasche Olivenöl, lässt sie 14 Tage lang stehen und siebt sie dann heraus.

Darreichungsformen von Senföl

Senföl gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen. Bei den Kapseln wird der Wirkstoff in zwei Hüllen aus Gelatine gefüllt. Alternativ kann er auch in Zellulose verarbeitet werden, damit selbst Veganer die Pillen konsumieren können. Diese sind magensäureresistent und zersetzen sich erst im Darmtrakt.

Daneben gibt es das Senföl noch als Tablette, wobei es getrocknet und mit Milchzucker verbunden wird, um in die entsprechende Form gepresst werden zu können.

Außerdem hat die Kosmetikindustrie den Wirkstoff für sich entdeckt und stellt etwa Haarwuchsmittel mit Senföl her, das noch mit zusätzlichen Stoffen kombiniert wird, um einen Haarausfall zu reduzieren. Aufgrund der Verbesserung der Durchblutung wird das Öl gerne als Basis für Massageöle verwendet. So verabreicht gibt es der Haut auch noch Feuchtigkeit zurück.